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Was hat Karl Marx mit Popmusik zu tun?!

8. August 2017

In Peking sollen Hip Hop-Musiker Karl Marx wieder bei der Jugend beliebt machen. In Deutschland hingegen wird Marx mithilfe eines Musicals wiederbelebt. Und die Beatles haben ihn als ihren persönlichen Helden verewigt.

Karl Marx umringt von Albert Einstein, Marilyn Monroe, Marlon Brando und Bob Dylan. Im Vordergrund: vier schrill-bunt gekleidete Männer mit Schnurrbärten inmitten einer Blumenlandschaft. Die Männer sind niemand Geringeres als John Lennon, George Harrison, Paul McCartney und Ringo Starr. Auf dem Cover zur im 1967 veröffentlichten LP „Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band“ brachten die Musiker insgesamt 69 ihrer persönlichen Helden zusammen. Nur Ringo Starr steuerte niemanden bei, weil ihm kein prominenter Held einfiel.

Dass Karl Marx auf der Liste der persönlichen Helden landete, veranlasste viele Fans zu wilden Spekulationen. War John Lennon Kommunist? Wurde er bei „Imagination“ von ihm inspiriert? John Lennon selbst äußerte sich dazu in einem Interview mit dem Musikmagazin NME: „’Imagine‘, which says: ‚Imagine that there was no more religion, no more country, no more politics,‘ is virtually the Communist manifesto, even though I’m not particularly a Communist and I do not belong to any movement.“

„Marx, lass mich dein Jünger sein“

Musik und Kommunismus: Von dieser Kombination ist auch die Regierung in Peking überzeugt. So wurde eine Band, die auf Deutsch übersetzt „Parfüm“ heißt, beauftragt, der dortigen Jugend mit Hip-Hop-Songs zu erklären, wie cool Marx ist. „Wir lieben Dich. Nicht, weil wir auf Macht oder Geld stehen. Um des Glaubens willen.“ Und: „Marx, lass mich Dein Jünger sein. Du bist für uns nicht mehr Plan B.“, heißt es übersetzt in einem Song der Band. Doch auch wenn Marx immer wieder in den Songs auftaucht, ist er doch nur Mittel zum Zweck. Die Musik ist eine von mehreren Maßnahmen, die kommunistische Gedanken in den Köpfen der Jugendlichen verankern sollen.

Marx soll seine Theorien widerrufen

Karl Marx als Musical? Klingt erst mal absurd, anscheinend aber nicht für jeden: Tobias Künzel, Sänger der Prinzen, hat sich getraut und „Comeback! Das Karl-Marx-Musical“ geschaffen. Mit großem Erfolg lief dieses zunächst in Plauen und Zwickau und wurde im Folgenden auch in Hamburg, Berlin und sogar in London aufgeführt. Inhaltlich geht es um einen Banker, der vor der Pleite steht. Ein Finanzmagier meint die Lösung zu kennen: Schuld an der Pleite, sei allein Karl Marx. Dieser müsse nur seine Theorien widerrufen und das Problem sei gelöst.

 

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