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MARX VERSTEHEN WUSSTEN SIE SCHON...

Kleines Büchlein – große Wirkung: „Das Manifest der Kommunistischen Partei“

21. Februar 2018

Am 21. Februar 1848 – vor genau 170 Jahren – wurde das „Manifest der Kommunistischen Partei“ veröffentlicht. Das von Karl Marx und Friedrich Engels im Auftrag des Londoner Bundes der Kommunisten entstandene Werk zählt zu den wichtigsten politischen Programmschriften. Sein Anfang „Ein Gespenst geht um in Europa – das Gespenst des Kommunismus“ und sein Ende „Proletarier aller Länder, vereinigt euch!“ sind weltbekannt. 2013 wurde das Manifest in das UNESCO-Weltregister „Memory of the World“ aufgenommen.

Dass das bedeutende Werk auch einen wichtigen Platz in der Landesausstellung einnimmt, ist selbstverständlich. In welcher Form es präsentiert wird, ist dagegen wieder etwas ganz Besonderes: Gleich 247 internationale Ausgaben des „Kommunistischen Manifestes“ aus 59 Ländern und Regionen werden im Rheinischen Landesmuseum Trier gezeigt. Die Leihgaben aus dem Historischen Zentrum Wuppertal dokumentieren anschaulich, wie die Schrift um die ganze Welt ging: von Äthiopien bis Indien, von Syrien bis zum Senegal, von den USA bis zu den Faröer-Inseln. „Nicht nur in jenen Ländern, in denen sich eine starke Arbeiterbewegung oder ein real existierender Sozialismus‘ herausgebildet hatte, fand die Schrift eine starke Verbreitung; auch in den Ländern Asiens, Afrikas und Südamerikas, wo der Kapitalismus noch gar nicht Fuß gefasst hatte, traf die Botschaft des Manifests auf offene Ohren“, erklärt dazu Dr. Eberhard Illner, Leiter des Historischen Zentrums Wuppertal. Zusammengestellt hat die Sammlung Dr. Heinrich Gemkow, der u.a. auch eine Engels-Biographie verfasst hat und zu den wenigen DDR-Forschern zählte, die reisen durften.

Die unterschiedlichen Ausgaben der Sammlung dokumentieren ein Stück publizistischer Geschichte. So sind sie teilweise von bekannten zeitgenössischen Künstlern oder Karikaturisten kunstvoll ausgeschmückt und illustriert oder mit besonderen Widmungen versehen. Der syrische Kommunistenführer Kahled Bakdash versah eine Ausgabe von 1955 mit einer persönlichen Widmung. Er war das erste Mitglied einer kommunistischen Partei, der in ein arabisches Parlament gewählt wurde. Der Umschlag einer dänischen Ausgabe aus dem Jahr 1971 ist eine Reminiszenz an die Olympischen Spiele von 1968. Der Holzschnitt der dänischen Künstlerin und Schriftstellerin Dea Trier Mørch stellt zwei mit Medaillen ausgezeichnete Sportler mit in die Luft erhobenen Fäusten dar: Tommie Smith und John Carlos, die beiden afroamerikanischen Sprinter, die in Mexiko für die USA gewannen.

Die deutschen Ausgaben dokumentieren insbesondere anhand ihrer Vorworte die deutsche Geschichte. Die Auflagenzahlen geben Aufschluss über die Rezeption des „Kommunistischen Manifestes“: Während das älteste Exemplar der Sammlung aus dem Jahr 1891 in einer Auflage von 15.000 gedruckt wurde, verbreitete der Ost-Berliner Dietz Verlag das Manifest für die SED rund 70 Jahre später – in der Zeit von 1963 bis 1972 – 1,5 Millionen Mal.

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Im Jubiläumsjahr ist Marx in aller Munde

12. Januar 2018

2018 ist das Jahr die Jubiläen: Das Ende des Ersten Weltkrieges, die Märzrevolution von 1848 oder auch die Proteste von 1968 haben runde Jahrestage. Inmitten dieser Jahrestage sticht der 200. Geburtstag von Karl Marx besonders hervor. Davon zeugt schon das große Interesse im Vorfeld der großen Landesausstellung. Kaum eine Woche vergeht, in der nicht ein Filmteam oder ein Journalist in Trier vorbeischaut, um sich vorab schon mal ein Bild von der Geburtsstadt des großen Denkers und den Vorbereitungen der Jubiläumsausstellungen zu machen. So drehten jüngst auch das ZDF-Morgenmagazin und der SWR. Weiterlesen

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Wie Engels Marx zum Ökonomen machte

14. Dezember 2017

In den letzten Jahren wurde viel darüber diskutiert, welche Bedeutung Karl Marx heute hat, und vor allem stellen viele die Frage, ob seine Theorien heute noch gelten. Viele dieser Fragen werden in der großen Landesausstellung KARL MARX 1818 – 1883. LEBEN. WERK. ZEIT. behandelt. Wir wollen hier vorab aber schon mal einen Blick darauf werfen, wie Marx überhaupt zum Ökonomen wurde.

Die Politisierung von Karl Marx

Als Karl Marx 1818 geboren wurde, war die Gesellschaft geprägt vom wirtschaftlich aufstrebenden Bürgertum. Bald lernte er Zensur, Repression und Armut kennen. Aus dem Literatur und Poesie liebenden Philosophen wurde erst ein Radikaldemokrat, dann ein Kommunist, der Gesellschaftskritiker und politische Analytiker, als den wir ihn heute kennen. Marx‘ Politisierung konnte direkt vor der Haustür beginnen: Schließlich war die Not der Moselwinzer in Trier an allen Ecken zu spüren, Holzdiebstahl an der Tagesordnung. Als Marx als Redakteur der Rheinischen Zeitung in Köln anfing, nahm er sich auch der ökonomischen Verhältnisse in seiner Heimat an und kritisierte die Zustände scharf. Als Journalist wurde er zum Revolutionär durch das Wort. Nach der gescheiterten Revolution von 1848 setzte Marx im Londoner Exil seine ökonomischen Studien fort. Hier analysierte er die sich immer vehementer ausprägende kapitalistische Produktionsweise und das ihr entsprechende Gesellschaftssystem. Weiterlesen

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Alles dreht sich um Karl Marx

23. November 2017

Bewegt man sich einen Tag lang mit einer lebensechten Karl Marx-Figur durch Trier, zieht man viele neugierige Blicke auf sich. Hat man beim Stadtspaziergang mit Marx sogar noch ein Kamerateam dabei, wird das Interesse noch größer. So geschehen in der letzten Woche.

Wir hatten uns gefragt, wie wir einen Einblick in das geben können, was im kommenden Jahr in unserer Landesausstellung zu sehen sein wird. Unsere Antwort: Wir brauchen einen kurzen Film, einen Ausstellungstrailer. Mit dem Drehbuch unter dem einen und der Marx-Figur unter dem anderen Arm haben wir uns dann auf den Weg durch Trier gemacht. Gemeinsam mit dem Kamerateam von Jute Medien aus Köln haben wir Stationen in der Stadt besucht, die für Karl Marx, aber auch für unsere Ausstellung eine Bedeutung haben. Hierbei durfte sein Geburtshaus genauso wenig fehlen wie die Ausstellungsorte der Landesausstellung, das Rheinische Landesmuseum Trier und das Stadtmuseum Simeonstift Trier.

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Karl Marx und die Frauen

6. Oktober 2017

Frauen spielten in Karl Marx‘ familiärem Umfeld eine wichtige Rolle. Allen voran Jenny von Westphalen. Karl kannte die Tochter des Regierungsrates schon seit seiner Kindheit in Trier und liebte sie leidenschaftlich. Jenny erwiderte Karls innige Gefühle, obwohl dieser vier Jahre jünger und von niedrigerem gesellschaftlichen Status war. Nach einer zunächst heimlichen Verlobung und siebenjähriger Wartezeit heirateten die beiden 1843. Jenny war fortan nicht nur liebende Gattin und Mutter, sondern auch Diskussionspartnerin auf Augenhöhe: Sie unterstützte Marx‘ Arbeit vorbehaltlos. Weiterlesen

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Große Ausstellungen zum Karl-Marx-Jubiläum in Trier oder wer war eigentlich Karl Marx?

10. August 2017

Karl Marx – fast jeder hat den Namen schon mal gehört. In vielen Köpfen entstehen direkt Assoziationen: Geld, Kapital, Kommunismus. Was aber war Karl Marx für ein Mensch? Was hat ihn geprägt? Wie aktuell sind seine Thesen noch heute? Die Landesausstellung „Karl Marx 1818–1883. LEBEN. WERK. ZEIT.“ in Trier klärt genau diese und noch viele weitere Fragen.

Am 5. Mai jährt sich Karl Marx‘ Geburtstag zum 200. Mal. Grund genug, dem großen Gelehrten und Revolutionär des 19. Jahrhunderts eine eigene Ausstellung zu widmen. „Karl Marx 1818–1883. LEBEN. WERK. ZEIT.“ ist dabei sogar die erste kulturhistorische Ausstellung, die sich mit seinem Leben, Werken und Wirken auseinandersetzt. Und wo könnte diese besser stattfinden, als an dem Ort, wo Marx seine ersten Schritte machte und ersten Gedanken verfasste: in seiner Geburtsstadt Trier.

Die Landesausstellung findet vom 5. Mai bis 21. Oktober 2018 an zwei Orten statt. Im Rheinischen Landesmuseum Trier steht der intellektuelle und politische Werdegang im Mittelpunkt. Auf rund 1.000 m² Ausstellungsfläche erfährt man unter dem Titel Leben. Werk. Zeit.“, welche gesellschaftlichen Umbrüche des 19. Jahrhunderts besonders prägend für Marx waren: darunter die Industrialisierung und Urbanisierung. Dass Karl Marx bis heute so populär, aber auch umstritten ist, liegt vor allem an seinen Thesen. Wie aktuell diese noch heute sind, wird ebenfalls Thema der Ausstellung sein.

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Was hat Karl Marx mit Popmusik zu tun?!

8. August 2017

In Peking sollen Hip Hop-Musiker Karl Marx wieder bei der Jugend beliebt machen. In Deutschland hingegen wird Marx mithilfe eines Musicals wiederbelebt. Und die Beatles haben ihn als ihren persönlichen Helden verewigt.

Karl Marx umringt von Albert Einstein, Marilyn Monroe, Marlon Brando und Bob Dylan. Im Vordergrund: vier schrill-bunt gekleidete Männer mit Schnurrbärten inmitten einer Blumenlandschaft. Die Männer sind niemand Geringeres als John Lennon, George Harrison, Paul McCartney und Ringo Starr. Auf dem Cover zur im 1967 veröffentlichten LP „Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band“ brachten die Musiker insgesamt 69 ihrer persönlichen Helden zusammen. Nur Ringo Starr steuerte niemanden bei, weil ihm kein prominenter Held einfiel.

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Romantiker statt Rationalist

4. August 2017

Rationalist und Romantiker  

Karl Marx ist vor allem als Analytiker und revolutionärer Denker in die Geschichtsbücher eingegangen. Doch Marx hatte noch eine ganz andere Seite, eine poetische, romantische. So schrieb der junge Marx zahlreiche Liebesbriefe und Gedichte, die meisten davon widmete er seiner Verlobten und späteren Frau Jenny. Eine kleine Kostprobe gefällig?

Kennst Du das süsse Zauberbild,
Wo Seelen in einander fliessen,
In einem Hauche sich ergiessen,
Melodisch voll und freundlich mild?
Sie glühen auf in einer Purpurrose,
Und bergen sich verschämt im weichen Moose.
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